Anhebung der Umsatzsteuersätze zum 01.01.2021 – Daran sollten Sie denken

Zum 1. Januar 2021 werden die Umsatzsteuersätze in Deutschland wieder steigen: der Normalsatz von aktuell 16% auf 19%, der ermäßigte Satz von aktuell 5% auf 7%. Dann gelten im Grundsatz wieder die Sätze, welche bis zum 30. Juni 2020 galten.

Wenn Sie als Kunde nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, dann kann der günstigere Steuersatz für Sie reizvoll sein. Gleiches gilt, wenn Sie ein Unternehmen haben und Ihre Kunden nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.

Am einfachsten ist es, wenn eine einheitliche Leistung nach dem 30. Juni 2020 und vor dem 1. Januar 2021 abgeschlossen wird. Dann beträgt der Steuersatz einheitlich nur 16% oder 5%. Beispiel: Ein Konzertveranstalter bietet für ein einheitliches Honorar eine Konzertreihe (Abo) an, die von Januar 2020 bis Dezember 2020 läuft. Ohne weitere Vereinbarung gilt die Leistung mit dem Ende des Abos im Dezember 2020 als erbracht. Folge: Der Steuersatz beträgt für das gesamte Abo 5%.

Was aber gilt, wenn zum Beispiel ein einheitlicher Architekten- oder Bauvertrag über den Jahreswechsel 2020/2021 hinaus weiterläuft? Vielleicht haben Sie dann Abschlagszahlungen (Anzahlungen) vereinbart. Das rettet dann aber nicht den günstigeren Steuersatz. Bei Beendigung der gesamten Leistung im Jahr 2021 fallen insgesamt 19% Umsatzsteuer an. Trotz der geleisteten Anzahlungen.

Um hier teilweise die 16% zu retten, müssen Sie noch vor dem Jahreswechsel die Verträge ändern. Sie müssen abgrenzbare Teilleistungen vereinbaren. Die bis zum Jahresende 2020 erbrachten Teilleistungen müssen auch noch im alten Jahr vom Kunden abgenommen werden. Die Abnahme sollten Sie zu Nachweiszwecken schriftlich dokumentieren.

Hinweis:

Unsere Rechtsanwälte prüfen sehr gerne, ob bei Ihnen Teilleistungen möglich sind. Wen ja, dann erstellen sie Ihnen bei entsprechendem Auftrag auch den geänderten Vertrag. Sprechen Sie uns rechtzeitig an, idealerweise umgehend.