Was bringt das 2. Bürokratieentlastungsgesetz unseren Vereinen/Verbänden?

Am 12.5.2017 hat auch der Bundesrat diesem bis dahin gelaufenen Gesetzespaket nun zugestimmt, mit einigen Änderungen auf BR- Ebene. Lässt man einmal den Gesetzestitel beiseite, so dürfte für die Vereins- und Verbandspraxis bereits für dieses Kalenderjahr 2017 folgendes relevant sein:

Am 12.5.2017 hat auch der Bundesrat diesem bis dahin gelaufenen  Gesetzespaket  nun zugestimmt, mit einigen Änderungen auf BR- Ebene.

Lässt man einmal den Gesetzestitel beiseite,  so dürfte für die Vereins- und Verbandspraxis bereits für dieses Kalenderjahr 2017 folgendes relevant sein:

 

·         Verein als Arbeitgeber- wie schon bekannt, steht die Anhebung der Betragsgrenze bei vierteljährlicher Abgabe der Lohnsteuer- Anmeldung fest, mit der Anhebung auf 5.000 € Lohnsumme.

 

·         Nochmals geändert hat sich der Schwellenwert für die umsatzsteuerrelevanten Kleinbetragsrechnungen. Statt bisher 150 € werden jetzt auch Bons und Kaufbelege bis 250 € jeweils anerkannt, bei vollständigem Namen und Anschrift des ausstellenden Unternehmens, der Menge und Art, das Entgelt und der der darauf entfallende Steuerbetrag  sowie den angewendeten Steuersatz bzw. den USt-Befreiungshinweis.  Nicht erforderlich wären also im Gegensatz zu sonstigen Rechnungen, auch mit höheren Beträgen wie insgesamt 250 €, die Angabe des Nettobetrag, der Umsatzsteuerbetrag, Namen und Anschrift auch des Empfängers, Lieferzeitpunkt und auch die Steuer- bzw. Rechnungsnummer. Somit Vorteile bei Abrechnungen von  kleineren Barumsätzen etwa im Handel mit Waren des täglichen Bedarfs auch bei Vereinen.

 

·         Bei Beschäftigungsverhältnissen mit sog. kurzfristig Beschäftigten führte die seit 1.1.2017 geltende Erhöhung des Mindestlohns von 8,84 € pro Stunde auf einen durchschnittlichen Tageslohn von jetzt höchstens  72 € (bislang 68 €). Bei Abrechnungen mit der Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung von 25%beachten daher, bei einer Beschäftigungsdauer als Aushilfe von längstens 3 Monaten oder 70 Arbeitstage. Als Alternative auch zu den üblichen Mini-Job-Verhältnissen.

 

·         Auch gibt es nun  mit Wirkung aber erst ab 2018 die lange schon erwartete Verbesserung der Abschreibungsdauer für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) von bis bisher 410 € (Nettobetrag). Ab 2018 wird diese Abschreibungsgrenze auf 800 € erhöht was auch für viele Vereine/Verbände bei Neu-Anschaffungen von Vorteil ist ( § 6 Abs. 2 bzw. 2a EStG).

Beispiel: der Sofortabzug ist auch für Vereine /Verbände oder die gGmbH ab Jahresanfang 2018 möglich , wenn bei einem Nettopreis von 800 Euro bei 19% USt der Bruttokaufpreis insgesamt nicht über 952 Euro liegt, bei Wirtschaftsgütern mit 7%  kann der Bruttokaufpreis dann noch bei 856 Euro liegen.

Also bei Entscheidungen zum Jahresende für Neuanschaffungen ggf. nutzen, statt Verteilung der Anschaffungskosten sonst auf die üblichen, längeren Abschreibungszeiträume. Durch die Erhöhung fallen sicherlich auch zahlreiche Telekommunikationsmittel, Handy, Rechner, PCs etc. unter die Sofortabschreibungsgrenze im neuen Vereinsjahr 2018!

 

·          In diesem Gesetzespaket wurden bei den separat zu betrachtenden Aufzeichnungspflichten für GWGs nach § 6 Abs. 2 Satz 4 EStG diese  auf 250 € mit Wirkung ab 2018 angehoben.  Betrifft daher alle Wirtschaftsgüter, die ab dem nächsten Jahr von Vereinen/Verbänden gekauft oder hergestellt bzw. in das Betriebsvermögen eingelegt werden. Betragen daher die Anschaffungs- oder Herstellkosten nicht mehr als 250 €, kann auf die Erfassung im Bestandsverzeichnis verzichtet werden ab 2018. Zudem wird nun die Bildung eines Sammelposten auf 250 €, statt bisher 150 €, angehoben (§ 52 Abs. 12 S. 3 EStG).

 

Das  Gesetzespaket enthält noch zahlreiche sonstige Änderungen , z.B. der Handwerksordnung, der Aufbewahrungsfrist für Lieferscheine nach der AO, zur Fälligkeitsregelung für Sozialversicherungsbeträge u.a.

 

Quelle: 2. Bürokratieentlastungsgesetz ( Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie)

 

Autor: Prof. Gerhard Geckle