Vorsteuerabzug aus Insolvenzverwaltervergütung

Welcher Aufteilungsmaßstab gilt für die Vorsteuer aus der Insolvenzverwalter-Vergütung, wenn der unternehmerische und der nichtunternehmerische Bereich betroffen ist?

Die Umsatzsteuer aus der von einem Insolvenzverwalter berechneten Vergütung ist zugunsten der Insolvenzmasse als Vorsteuer abzugsfähig, soweit von der Insolvenz der unternehmerische Bereich betroffen ist.

Das Sächsische Finanzgericht hat mit Urteil vom 23.07.2014 (Az.: 2 K 698/14) dabei entschieden, dass die Einkommensteuer auch insoweit den nichtunternehmerischen Bereich betrifft, als sie auf betriebliche Einkünfte entfällt. Dabei hat es den Vorsteuerabzug nach folgendem Maßstab aufgeteilt:

  • Erlöse aus Anfechtungen und Verwertung der Insolvenzmasse 
  • Durch die Insolvenzgläubiger angemeldete Insolvenzforderungen 

= Gesamtbetrag für Aufteilungsmaßstab  

  • Anfechtungserlöse, soweit auf Einkommensteuer entfallend  
  • Zur Insolvenztabelle angemeldete Einkommensteuer  
  • Andere nicht unternehmerisch veranlasste Beträge (z.B. gepfändetes Arbeitseinkommen)

= Privat veranlasste Insolvenzschulden & Zahlungen

Letztere ergeben im Verhältnis zu dem o.g. Gesamtbetrag für Aufteilungsmaßstab die „nicht abzugsfähige Quote“ für die Vorsteuer.

Hinweis:  Das Finanzgericht hat gegen seine Entscheidung die Revision zugelassen. Es ist momentan noch nicht bekannt, ob das Finanzamt davon Gebrauch gemacht hat. Gerne beraten wir Sie als Insolvenzverwalter bei der Ermittlung der abzugsfähigen Vorsteuer aus der Insolvenzverwalter-Vergütung und bei anderen steuerlichen Fragen zum Insolvenzverfahren.