Lizenzgebühren ab 2018 nur noch eingeschränkt steuerlich abzugsfähig?

Die Bundesregierung will die steuerliche Verlagerung von in Deutschland erwirtschafteten Gewinnen ins niedrig besteuernde Ausland (= Steuersatz unter 25%, wie z.B. in den Niederlanden oder Irland) eindämmen. Betroffen sind zwar in erster Linie "Big Global Player" wie z.B. Amazon, Starbucks oder MCDonalds. Allerdings wird die Neuregelung auch für viele Mittelständler relevant sein.

Nach dem Gesetzesentwurf vom 27. Januar 2017 sollen Lizenzgebühren, die an "nahestehende Unternehmen" in Niedrigsteuerländern fließen, nur noch in dem Umfang abzugsfähig sein, als im Empfängerland hierfür substanzielle Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Sinne einer Geschäftstätigkeit stattfinden. Ein "Nahestehen" besteht z.B. bei einer Beteiligungsquote von mindestens 25% oder einem anderweitig beherrschenden Einfluss. Der steuerliche Abzug soll komplett versagt werden bei Aufwendungen für die Nutzung von Rechten, die unter das Markengesetz fallen.

In den letzten Jahrzehnten sind auch viele mittelständische Unternehmen dazu übergegangen, Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten oder Patent-Entwicklungen in standortattraktive Länder zu verlagern. Wir helfen Ihnen gerne bei der Prüfung, inwieweit in diesen Fällen die Lizenzgebühren weiterhin steuerlich abzugsfähig bleiben bzw. eine substanzielle Forschungs- und Entwicklungstätigkeit bejaht werden kann. 

Hinweis
Die Neuregelung soll erstmals für Lizenzgebühren u.a. gelten, die nach dem 31. Dezember 2017 entstehen. 

 

 

Autor: Peter Dal Bosco