Grunderwerbsteuer: Achten Sie auf Fallstricke bei der Vertragsgestaltung

Der Vertrag über den entgeltlichen Erwerb eines inländischen Grundstücks löst regelmäßig Grunderwerbsteuer aus. Ist das Grundstück bebaut, belastet die Steuer auch den Kaufpreisanteil für das Gebäude. 

Es gibt aber Fälle, da schließt man neben dem Kaufvertrag über ein unbebautes Grundstück noch einen weiteren Vertrag mit einem Unternehmer über die Bebauung dieses Grundstücks ab. Fällt dann Grunderwerbsteuer nur auf den Grund und Boden an oder zusätzlich auf die gesamten Baukosten? Das hängt immer von den vertraglichen Regelungen und den tatsächlichen Umständen im Einzelfall ab.

Die Rechtsprechung unterscheidet zwei Grundfälle, bei denen die Steuer auch auf die Baukosten anfällt:

  • das einheitliche Vertragswerk, bei dem die beiden Verträge so miteinander verknüpft sind, dass sie nach dem Willen der Vertragspartner gemeinsam stehen oder fallen (rechtliche Verknüpfung),
  • den einheitlichen Erwerbsgegenstand, bei dem der Erwerber ebenfalls schon beim Abschluss des Grundstückskaufvertrags nicht mehr selbständig darüber entscheiden kann, ob und wie er das Grundstück bebauen möchte (tatsächliche Verknüpfung).

Der Bundesfinanzhof hat jetzt diese seine langjährige Rechtsprechung nochmals bestätigt sowie weiterentwickelt.

Hinweis:

  1. Nicht zuletzt deshalb sollten Sie die Fragen zur Grunderwerbsteuer bereits im Vorfeld eines geplanten Grundstückskaufs klären lassen. Denn immerhin beträgt die Steuer bei uns in Baden-Württemberg z. B. einheitlich 5% der Bemessungsgrundlage. 
  2. Beim Grundstückskauf benötigen Sie juristischen und steuerlichen Rat. Auf diese Zusammenarbeit zwischen Rechts- und Steuerberatung sind wir durch die Ausrichtung unserer Gesellschaft vorbereitet.