Der Sport und die Gemeinnützigkeit

Keine Rückendeckung aus der Finanzverwaltung gibt es wieder einmal für den Vorstoß eines südbadischen Sportverbandes, die bekannten, seit über 20 Jahren festgeschriebenen, der Höhe nach begrenzten Mitgliedsbeiträge und Aufnahmegebühren nun endlich nach oben anzupassen.

Denn zwischenzeitlich gibt es zahlreiche Vereine, die mit Blick auf ihr Leistungsangebot die Mitgliedsbeiträge anpassen müssten. Das betrifft vor allem den Sport- oder Freizeitbereich, um z.B. bei Wassersport- oder Flugsportvereinen dadurch die drückenden Kostenbelastungen für Steganlagen, Liegeplätze, wertvolle Ausrüstungen oder genutzte Sportgeräte auffangen zu können.

Grundsätzlich müssen gemeinnützige Vereine mit ihrer Tätigkeit und ihrer Zweckverfolgung die Allgemeinheit fördern. Vor allem muss jede interessierte Person entsprechend den Regelungen in der Vereinssatzung Vereinsmitglied werden können.

Die Finanzverwaltung verlangt zusätzlich, dass eine solche Mitgliedschaft nicht durch zu hohe Mitgliedsbeiträge und Aufnahmegebühren praktisch unmöglich wird. Für den Sportbereich gilt hierfür schon seit 1995 eine Begrenzung der Höhe nach, die nur bei der Euroeinführung umgerechnet wurde, sonst aber starr weitergilt.

Gemeinnützigkeitsrechtlich gibt es für Vereine keine Probleme, wenn

  • der Mitgliedsbeitrag und etwaige Mitgliederumlagen zusammen im Jahresdurchschnitt noch unter dem Betrag von 1.023 Euro liegen und

  • etwaige Aufnahmegebühren für die in einem Vereinsjahr aufgenommen Mitglieder im Durchschnitt nicht über 1.534 Euro liegen.

  • Zudem dürfen Vereine von Ihren künftigen Mitgliedern zwar zusätzliche Investitionsumlagen. Diese jedoch dürfen wiederum je Mitglied nicht über 5.114 Euro in einem Zehn- Jahres-Zeitraum liegen, wollen sie noch in den Genuss der gemeinnützigkeitsrechtlichen Vorteile kommen.

Die Steuerverwaltungen der Länder haben sich als Ergebnis ihrer Abstimmungsgespräche bereits im April 2016 darauf verständigt, dass sie an der bisherigen monatlichen Belastungsgrenze von 85 Euro für Monatsmitgliedsbeiträge bzw. 128 Euro bei den Aufnahmegebühren festhalten wollen und dies der Höhe nach weiterhin als angemessen erachtet. Darüber hinaus gibt die Finanzverwaltung in Ihren Verwaltungsanweisungen weitere Hinweise zur Berechnung und Differenzierung der Beitragshöhe für bestimmte Mitglieder.

Aktuell leider gescheitert ist damit der Vorstoß des Verbandes, die festgeschrieben Beträge nun doch endlich einmal anzuheben. Dies wäre allerdings durchaus sinnvoll. Denn dann könnten gerade aufgrund der jeweiligen Sportart kostenintensive Vereine diesen besonderen Aufwand im Einzelfall über entsprechend höhere Beiträge auf ihre Mitglieder überwälzen, ohne dadurch ihre Anerkennung als gemeinnützig zu verlieren.

Das bedeutet aber für (Sport-)Vereine, die nur mit höheren Beiträgen ihren Etat finanzieren können: Diese riskieren den Entzug der Gemeinnützigkeit oder sie kommen (im Falle der Neugründung) gar nicht erst in den Genuss dieses für Vereine wichtigen Privilegs. Damit gehen einher:

  • ein spürbarerer Verlust der Vorteile im Spendenrecht,

  • fehlende Möglichkeiten, Zuschüsse zu erhalten,

  • die Nichtberücksichtigung der besonderen Freigrenzen bei der Körperschaftsteuer

  • sowie der Verlust weiterer Steuervorteile für als gemeinnützig anerkannte Organisationen.

Fazit:

Trotz teilweise veränderter Sportangebote mit hohen Anschaffungs- oder je nach Lage teuren Dauerunterhaltungskosten der Anlangen, bleibt es bei den alten starren Grenzen. Diese Grenzen müssen somit nicht nur die aktiven Golfvereine beachten, für die sie ursprünglich gedacht waren.

Haben Sie hierzu weitere Fragen, so wenden Sie sich sehr gerne an unsere Ansprechpartner.

Hinweis: Den Vorstoß des Verbandes begleitete Herr Rechtsanwalt Professor Gerhard Geckle aus unserer Kanzlei.