Betriebsveranstaltungen vor und nach dem 01.01.2015

Mit dem 01.01.2015 hat der Gesetzgeber eine neue Regelung bezgl. Zuwendungen an Arbeitnehmer im Rahmen einer Betriebsveranstaltung geschaffen. Ausschlaggebend hierfür waren wohl die beiden in 2013 ergangenen BFH Urteile, welche die bisherige Auffassung der Finanzverwaltung verworfen hatten.

Rechtslage ab dem 01.01.2015

Als steuerlich begünstigte Betriebsveranstaltung gilt eine betriebliche Veranstaltung die grundsätzlich allen Betriebsangehörigen offen steht und nicht mehr als zweimal jährlich durchgeführt wird. Aufwendungen bis EUR 110,00 muss man dann nicht als Arbeitslohn versteuern.

Ab dem 01.01.2015 ist gesetzlich neu geregelt, dass alle Zuwendungen im Rahmen einer Betriebsveranstaltung an den Arbeitnehmer UND seiner Begleitperson insgesamt dem Arbeitnehmer zuzurechnen sind. Weiterhin sind sämtliche Kosten (inkl. USt) die man zur Durchführung der Veranstaltung aufwendet in die Zuwendungsberechnung miteinzubeziehen.

Die vom BFH vertretene günstigere Auffassung (s.u.) ist somit überholt.

Als positiver Aspekt der gesetzlichen Neuregelung ist jedoch der Ersatz der Freigrenze durch einen Freibetrag in Höhe von EUR 110,00 zu nennen.Dies bedeutet, dass man bei einer Überschreitung des Betrages nur den übersteigenden Betrag versteuern muss und nicht mehr die komplette Zuwendung.

Rechtslage bis zum 31.12.2014

Die beiden eingangs erwähnten für Sie vorteilhaften BFH Urteile vertreten (entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung) die Ansicht, dass nur solche Leistungen in die EUR 110,00 einzubeziehen sind, welche die Teilnehmer unmittelbar konsumieren können. Somit sollen insbesondere Mietkosten und organisatorische Tätigkeiten nicht in die Berechnung der Zuwendungen mit einbezogen werden.

Auch bezgl. der Zuwendungen an Angehörige des Arbeitnehmers weicht die Rechtsauffassung des BFH von der der Finanzverwaltung ab. Während der BFH der Ansicht ist, die Zuwendungen an den Ehegatten/Lebenspartner sind nicht den Zuwendungen des Arbeitnehmer zuzurechnen, ordnet die Finanzverwaltung bisher auch diese Aufwendungen dem Arbeitnehmer bei der Berechnung der Freigrenze zu.

Die Finanzverwaltung wendet die beiden BFH Urteile seit dem 12.01.2015 an. Gegen ablehnende Bescheide vor diesem Zeitpunkt muss ggf. Einspruch eingelegt werden. Hierbei unterstützen wir Sie gerne.

Hinweis

Bitte beachten Sie, dass sowohl bei Rechtslage bis zum 31.12.2014 (bei Überschreiten der Freigrenze) die komplette Zuwendung, als auch bei Rechtslage bis zum 01.01.2015 (bei Überschreitung des Freibetrags) der überschießende Teil vom Arbeitgeber pauschal mit 25 % versteuert werden kann. Bei mehr als 2 Betriebsveranstaltungen pro Jahr beraten wir Sie auch gerne bezgl. der Optimierung bei der Verteilung der Freibeträge.